MITWIRKENDE DES SYMPOSIUMS
 
PROF. DR. PETER ALBERS, DÜSSELDORF

Univ.-Prof. Dr. Peter Albers leitet seit 2008 die Klinik für Urologie am Universitätsklinikum Düsseldorf. Im Januar 2018 wurde er zum Sprecher des universitären Tumorzentrums Düsseldorf (CIO-D) gewählt, das zum Spitzenzentrum der Onkologischen Versorgung Aachen-Bonn-Köln-Düsseldorf (Centrum für Integrierte Onkologie, CIO-ABCD) gehört. Seit Januar 2020 leitet er zusätzlich die neu gegründete Abteilung für Personalisierte Prävention und Früherkennung des Prostatakarzinoms am Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg. Nach seiner klinischen Ausbildung an den Universitätsklinika Mainz und Bonn und einem DFG-geförderten Forschungsaufenthalt in den USA (Indianapolis) war er von 2003-2008 Chefarzt der Klinik für Urologie am Klinikum Kassel. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte sind die urologische Onkologie (Keimzelltumoren, Prostatakarzinom, Blasenkarzinom). 2016-2018 war er Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und seit 2019 leitet er das Scientific Congress Office der European Association of Urology (EAU).

Seit 2013 ist er federführender Leiter der, von der Deutschen Krebshilfe (DKH), geförderten Prostatakrebs-Screening Studie PROBASE (www.probase.de).



Abstract des Vortrags:

Präventionsprojekt Prostatakarzinom PROBASE-Studie

Obwohl durch die Europäische Randomisierte Screening Studie zum Prostatakarzinom (ERSPC, Schröder NEJM 2014) die relative Mortalitätsreduktion durch ein populationsbezogenes Screening mit 21% bewiesen wurde, stellen doch unnötige Folgeuntersuchungen und -behandlungen bei der Prostatakrebs-Vorsorge ein Problem dar. Diese zu minimieren ist das Ziel, der von der Deutschen Krebshilfe (DKH) geförderten Studie PROBASE (Risk-adapted prostate cancer early detection study based on a „baseline“ PSA value in young men – a prospective multicenter randomized trial): Mithilfe des prostataspezifischen Antigen (PSA)-Werts, das der Früherkennung von Prostatakrebs dient, soll untersucht werden, ob der erste PSA-Test bei Männern im Alter von 45 Jahren erfolgen sollte oder ob ein risikoadaptiertes Screening im Alter von 50 Jahren ausreicht und unnötige diagnostische und therapeutische Eingriffe reduziert werden können. PROBASE soll zeigen, dass Männer, die das risikoadaptierte PSA-Screening im Alter von 50 Jahren beginnen, bis zum Alter von 60 Jahren nicht häufiger ein metastasiertes Prostatakarzinom entwickeln, als Männer, bei denen eine vergleichbare Vorsorge im Alter von 45 Jahren beginnt. Dieser Ansatz zur Optimierung des PSA-Screenings wurde bisher noch in keiner Studie weltweit systematisch und weitsichtig untersucht.

 

Insgesamt über 46.000 Männer wurden über einen Zeitraum von fünf Jahren (2014-2019) an vier Studienzentren (Universitätsklinikum Düsseldorf, Universitätsklinikum Heidelberg, Klinikum rechts der Isar der TU München und Medizinische Hochschule Hannover) rekrutiert. Damit stellt PROBASE aktuell die weltweit größte Studie ihrer Art dar. Die gesunden 45-jährigen Männer wurden über die Einwohnermeldeämter zur Studienteilnahme eingeladen.

 

Erste Ergebnisse nach Abschluss der Rekrutierung wurden auf dem Deutschen Krebskongress 2020 vorgestellt und ein „update“ dieser Daten wird Inhalt des Vortrags bei Vision Zero sein.

PETER ALBIEZ, BERLIN

Peter Albiez ist Vorsitzender der Geschäftsführung von Pfizer Deutschland. Der studierte Biologe startete seine Karriere bei Pfizer 1996 als Pharmaberater. Er übernahm rasch Führungspositionen im Vertrieb und Marketing, bevor er 2009 zum Geschäftsführer und Leiter der Geschäftseinheit Primary Care ernannt wurde. Im März 2015 übernahm er den Vorsitz der Geschäftsführung von Pfizer Deutschland.

Peter Albiez engagiert sich in verschiedenen Verbänden, Stiftungen, Kuratorien und Arbeitskreisen. So ist er beispielsweise Clustersprecher und Beiratsmitglied des Clusters Gesundheitswirtschaft Berlin-Brandenburg HealthCapital, Vorsitzender des Landeskuratoriums Berlin/Brandenburg des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft e.V. und Vorstandsvorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) sowie Mitglied des Aufsichtsrates der Körperschaft Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft. Peter Albiez ist verheiratet und Vater zweier Töchter.


Foto Credit: Pfizer Deutschland GmbH

DANIEL BAHR, MÜNCHEN

Daniel Bahr gehört dem Vorstand der Allianz Private Krankenversicherungs-AG an. Seit November 2014 verantwortet er das Leistungsmanagement und den Vertrieb.

Geboren wurde Bahr 1976 in Lahnstein. Nach Abitur in Münster und einer Bankausbildung bei der Dresdner Bank in Hamburg und Schwerin war er zunächst als Finanzberater beschäftigt. Er studierte in Münster Volkswirtschaftslehre und Business Management mit Schwerpunkt "International Health Care and Hospital Management".

2002 zog Bahr für die FDP als Abgeordneter in den Bundestag ein und war von 2005 bis 2009 gesundheitspolitischer Sprecher.

2009 wurde Bahr Parlamentarischer Staatssekretär, Mai 2011 Bundesgesundheitsminister. Mit dem Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag gab Daniel Bahr sein Ministeramt im Dezember 2013 ab. Ab Januar 2014 war er als Senior Fellow für die Denkfabrik Center for American Progress in Washington DC und als Visiting Lecturer an der School of Public Health in Ann Arbor (Michigan) tätig.

PROF. DR. MICHAEL BAUMANN, HEIDELBERG

Nach dem Medizinstudium an der Universität Hamburg promovierte Professor Michael Baumann 1988 zum Doktor der Medizin. Danach war er als Postdoc im Massachusetts General Hospital an der Harvard Medical School in Boston tätig. Nach seiner Ausbildung zum Facharzt für Strahlentherapie habilitierte er sich 1994 an der Universität Hamburg. 1995 wechselte er zunächst als Leiter der experimentellen Radioonkologie an die Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus in Dresden. Seit 2001 ist Michael Baumann Professor für Radioonkologie an der Technischen Universität Dresden.

 

Als Gründungsdirektor des Universitäts KrebsCentrum, des Onco Ray Zentrums und des Instituts für Radioonkologie des Helmholtz-Zentrums Dresden Rossendorf übernahm er 2010 den Direktorposten der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden.

Zudem war er Sprecher des DKTK und NCT Partnerstandorts Dresden. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der translationalen Radioonkologie und Strahlenbiologie sowie in der Behandlung von intrathorakalen- und Kopf-Hals-Tumoren.

 

Michael Baumann erhielt eine Vielzahl akademischer Auszeichnungen, u.a. den Michael Fry Award der amerikanischen Strahlenforschungsgesellschaft, die Breur Goldmedaille und die Regaud Goldmedaille der europäischen Radioonkologen. Er wurde 2004 zum Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina gewählt und war Präsident der europäischen Gesellschaft für Radioonkologie (ESTRO), der Europäischen Krebsgesellschaft (ECCO) und der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO).

PROF. DR. STEFAN BENZ, BÖBLINGEN

Prof. Dr. med. Stefan Benz erhielt seine chirurgisch/akademische Ausbildung an den Universitätsklinika Tübingen, Rostock und Freiburg. In dieser Zeit hat er sich wissenschaftlich mit der Pankreastransplantation beschäftigt. 2005 wechselte er als Chefarzt an die Klinken Nagold. 2008 war er Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft deutscher Darmkrebszentren (addz e.V.). Seither engagiert er sich für die Weiterentwicklung und Durchdringung des entsprechenden Zertifizierungssystems. 2012 wurde er in den Vorstand der ADT e.V. gewählt und setzt sich dort für die Zusammenarbeit der zertifizierten Zentren mit den klinischen Krebsregistern, sowie für die bundesweite Auswertung der Daten ein. 2014 wechselte er als Chefarzt für Viszeralchirurgie an das Klinikum Böblingen-Sindelfingen. 2016 gründete er die Expertengruppe „Laparoskopische-CME“, die eine Operation und ein Teachingkonzept für die minimalinvasive CME beim rechtsseitigen Kolonkarzinomen entwickelte, das derzeit in einem Deutschen und einem europäischen Programm umgesetzt wird.


Foto Credit: Klinikverbund-Südwest



Abstract des Vortrags:

Operieren aber richtig

Internationale Daten zeigen, dass die Operationsfrequenz positiv mit der Prognose des kolorektalen Karzinoms korreliert. Allerdings ist die Art und Weise wie die Operation durchgeführt wird entscheidend. Drei Grundprinzipien wurden hierfür identifiziert: die komplette Entfernung des Tumors im Gesunden, die komplette en-bloc Entfernung des regionären Lymphabflussgebiets und die Bewahrung der Integrität der embryonalen Hüllfaszien. Die Umsetzung dieser Prinzipien hat zum Konzept der totalen mesrektalen Exzision (TME) geführt und die Prognose des Rektumkarzinoms drastisch verbessert. Für das Kolonkarzinom (insbesondere das rechtsseitige) ist zwar das entsprechende Konzept (CME) definiert aber bei weiten nicht umgesetzt. Dies liegt vor allem an der technischen Komplexität der CME und der daraus resultierenden Notwendigkeit von speziellen Trainings insbesondere für die minimalinvasive Variante der Operation. Die flächendeckende Umsetzung der CME – in dafür geeigneten Strukturen – muss daher ein vordringliches Ziel im Kampf um eine Verbesserung der Prognose des Kolorektalen Karzinoms sein. Damit könnte, zumindest im Stadium III, eine Halbierung der Rezidiv Wahrscheinlichkeit erreicht werden.

PROF. DR. HERMANN BRENNER, HEIDELBERG

Prof. Dr.med. Hermann Brenner hat Medizin und Epidemiologie an den Universitäten Tübingen, Marburg und Chapel Hill (USA) studiert. Nach Habilitation im Fach Epidemiologie in 1993 wurde er in den Jahren 1995 und 2000 auf Lehrstühle für Epidemiologie an den Universitäten Ulm und Heidelberg berufen. In 2000-2005 war er Wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Zentrums für Alternsforschung an der Universität Heidelberg. Seit 2006 leitet er die Abteilung Klinische Epidemiologie und Alternsforschung, seit 2014 zusätzlich kommissarisch auch die Abteilung Präventive Onkologie am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Prof. Brenner ist außerdem stellvertretender Direktor des Netzwerks Alternsforschung der Universität Heidelberg, hat über viele Jahre in der Entwicklung des Nationalen Krebsplans mitgewirkt und ist Themenpate der Arbeitsgruppe Prävention in der Nationalen Dekade gegen Krebs. Sein mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnetes wissenschaftliches Werk umfasst mehr als 1000 häufig zitierte Originalarbeiten (H-Index>100).



Abstract des Vortrags:

Darmkrebs: Innovative Screening-Strategien

Darmkrebs ist eine weitestgehend vermeidbare Erkrankung. Er entsteht in den meisten Fällen über viele Jahre oder gar Jahrzehnte über Vorstufen, die im Rahmen einer Darmspiegelung (Koloskopie) entdeckt und in den meisten Fällen unmittelbar abgetragen werden können. Neben der Vorsorge-Koloskopie, die in Deutschland seit Oktober 2002 angeboten wird, gibt es eine Reihe weniger invasiver Screening-Verfahren, die ebenfalls signifikant zu einer deutlichen Senkung der Darmkrebsmortalität beitragen können, wie z.B. die flexible Sigmoidoskopie oder die immunologischen Tests auf Blut im Stuhl. Weitere Screeningtests, wie z.B. innovative Bluttests oder Mikrobiomanalysen werden das Repertoire minimal invasiver bzw. nicht invasiver Früherkennungstests in den kommenden Jahren erweitern. Die Kombination anamnestisch erhobener Faktoren und Biomarkersignaturen (einschl. genetischer Risikoscores) ermöglicht zudem eine immer bessere Risikostratifizierung und damit innovative, auf das persönliche Risiko maßgeschneiderte personalisierte Screening-Strategien. Mittels innovativer Modellierungs- Analysen lässt sich ermitteln, mit welchen Screening-Strategien die effektivste Senkung der Darmkrebs-Inzidenz und Mortalität erreicht werden kann und wie bestehende Screening-Angebote weiter optimiert werden können. Von zentraler Bedeutung in allen Modellen ist dabei die Inanspruchnahme effektiver Vorsorge-Angebote insbesondere durch die Bevölkerungsgruppen mit einem erhöhten Darmkrebsrisiko. Hier müssen neue Wege beschritten werden, gerade diese Bevölkerungsgruppen mit innovativen Strategien besser zu erreichen. Erfahrungen aus anderen Ländern und Pilotprojekte aus Deutschland zeigen, dass dies möglich ist.

DR. TITUS J. BRINKER, HEIDELBERG

Dr. Titus Brinker (30) leitet die 10-köpfige Nachwuchsgruppe Digitale Biomarker für die Onkologie am DKFZ und absolviert seine Facharztausbildung an der Universitäts-Hautklinik in Heidelberg. Er ist außerdem Geschäftsführer der Smart Health Heidelberg GmbH und Entwickler von 11 Gesundheitsapps mit über eine Millionen Nutzern (u.a. Smokerface, Sunface, AppDoc, Intimarzt). Im Jahre 2011 gründete er das Netzwerk Aufklärung gegen Tabak, bei dem heute in 14 Ländern über 3.500 Medizinstudierende und Ärzte ehrenamtlich mitwirken und über 60.000 Schüler pro Jahr im Klassenraum über das Rauchen aufklären. Für seine ehrenamtliche Arbeit wurde er in den Jahren 2014 und 2017 von Kanzlerin Angela Merkel mit dem Bundespreis ausgezeichnet.


Foto Credit: NCT Heidelberg



Abstract des Vortrags:

Digitale Biomarker für eine präzisere Diagnostik- und Therapiesteuerung bei Krebspatienten

In seinem Vortrag beleuchtet Dr. Brinker die breitenwirksamsten sowie nützlichsten Applikationen für digitale Biomarker in der Diagnostik- und Therapiesteuerung von Krebspatienten und gibt einen kurzen Überblick zu derzeit in Entwicklung befindlichen Projekten.

DR. JOHANNES BRUNS, BERLIN

Dr. Johannes Bruns erhielt 1984 das Staatsexamen in Mathematik und Sportwissenschaften. Im Anschluss arbeitete er von 1987 bis1990 im Deutschen Bundestag. Seine Approbation als Arzt der Humanmedizin erlangte er 1994. Zwischen 1992 und1993 arbeitete er in der Abteilung für Chirurgie an der Universität Bonn und anschließend von 1993-1998 in der Abteilung für Unfallchirurgie an der Universität Bonn. 1998 machte er den Facharzt in Chirurgie. Zwischen 1999-2006 war er Leiter der Abteilung für medizinische Grundsatzfragen, Leistungen beim Verband der Angestellten Krankenkassen e.V. (VdAK). Seit 2006 ist er Generalsekretär der Deutschen Krebsgesellschaft mit Sitz in Berlin.

PROF. DR. REINHARD BÜTTNER, KÖLN

Reinhard Büttner is Professor and Chairman of The Institute of Pathology at University Hospital Cologne, Köln, Germany, and the Co-Founder and Chief Scientific Officer of TARGOS Molecular Diagnostics. He completed his medical degree at the University of Mainz, Mainz, Germany, in 1985, before starting a residency at Rheinisch-Westfalische Technische Hochschule RWTH Aachen, Aachen, Germany. In 1987, he began post-doctoral work at the Gene Centre Munich and MD Anderson Cancer Centre, Houston, TX, USA (1987-1990). Returning to Germany in 1991, he took up a residency at the University of Regensburg, before becoming Professor and Chairman for Pathology at RWTH Aachen (1999-2001). After which, he worked as a Professor and Chairman of Pathology at the University of Bonn (2001-2011), before being appointed to his current position as Professor and Chairman of Pathology at the University of Cologne in 2011.

 

Reinhard Büttner specialises in molecular pathology and is a member of a number of academic societies including the German Society of Pathology and the International Academy of Pathology. He is the Co-President of the International Academy of Pathology World Congress of Pathology, Cologne 2016. He has more than 450 peer-reviewed papers published in high-impact internationally renowned journals.

PROF. DR. JÖRG DEBATIN, BERLIN

Prof. Dr. Jörg F. Debatin leitet seit März 2019 als Chairman den health innovation hub (hih) des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) in Berlin. Er verfügt über breite Erfahrung an den Schnittstellen zwischen Medizin, Wissenschaft und technologischer Entwicklung. Der Radiologe wurde 1998 auf den Lehrstuhl für Diagnostische Radiologie am Universitätsklinikum in Essen berufen und wechselte 2003 als Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender an das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, dem drittgrößten Klinikum Deutschlands. U. a. durch konsequente Digitalisierung – das Klinikum arbeitet seit 2009 papierfrei – trug er zu dessen erfolgreicher Erneuerung bei. Ab 2011 leitete er als CEO den europäischen Laborbetreiber amedes AG. Seit 2014 war er bei GE Healthcare, dem größten Medizintechnikunternehmen mit einem Umsatz von 19 Mrd $ als Vice-President für die globale Technologie- und Produktentwicklung verantwortlich.

PROF. DR. ERAN ELINAV, REHOVOT (ISRAEL)

Prof. Eran Elinav, M.D., Ph.D. is a professor at the Department of Immunology, Weizmann Institute of Science, and director of the cancer-microbiome division, DKFZ, Heidelberg, Germany. He focuses on deciphering the molecular basis of host-microbiome interactions and their effects on health and disease, with a goal of personalizing medicine and nutrition. Prof. Elinav has published more than 200 publications in leading journals on the effects of host genetics, innate immune function and diet on the microbiome and its propensity to drive multi-factorial disease. His honors include the Claire and Emmanuel G. Rosenblatt award from the American Physicians for Medicine, the Alon Foundation award, the Rappaport prize for biomedical research, the Levinson award (2016), and the Landau prize (2018). He is an elected member at the Canadian Institute For Advanced Research (CIFAR), the European Molecular Biology Organization (EMBO), the Howard Hughes Medical Institute (HHMI) and the Bill & Melinda Gates Foundation.



Abstract des Vortrags:

HOST MICRO BIOME INTERACTIONS IN HEALTH AND DISEASE

The human body has co-evolved along with trillions of microbes along its mucosal surfaces, which function in multiple niche-specific ways that benefit the host, and are collectively termed the microbiome. The microbiome is shaped and regulated by multiple factors including our genomic composition, local niches and multiple environmental factors including our nutritional repertoire and bio-geographical location. Moreover, it has been recently highlighted that dysregulation of these genetic or environmental factors leads to aberrant host-microbiome interactions, ultimately predisposing to pathologies ranging from chronic inflammation, infection, obesity, the metabolic syndrome and even cancer and neurodegeneration. We have identified various possible mechanisms participating in the reciprocal regulation between the host and the microbial ecosystem, and demonstrate that disruption of these factors, in mice and humans, lead to dysbiosis and susceptibility to common multi-factorial disease. We strive to develop causal, molecular-level understanding of host-microbiome interactions, which may lead to development of new microbiome-targeting treatments.

PROF. DR. PETER A. FASCHING, ERLANGEN

Peter Fasching ist gebürtiger Kölner und hat seine medizinische Ausbildung an der dortigen medizinischen Fakultät absolviert. Seine Assistenzarztzeit verbrachte er an den Universitätsfrauenkliniken in Düsseldorf und Erlangen. Nach seiner Facharztausbildung und Ernennung zum Oberarzt zog es ihn von 2007 bis 2011 an die University of California at Los Angeles, Division Hematology/Oncology, wo er in mehreren Forschungsvorhaben tätig war. Nach 2011 wurde er erneut in Erlangen zum Professor für Translationale Frauenheilkunde und Geburtshilfe auf Lebenszeit (W2) ernannt, wo er seitdem an der Frauenklinik als Oberarzt und Forscher arbeitet. Forschungsschwerpunkte sind die Translation vorklinischer, molekularer und bildgebender Diagnostik in die Klinik ebenso wie die Bearbeitung des Themenfeldes Big Data, in welchem er seit vielen Jahren aktiv ist.



Abstract des Vortrags:

Pimärprävention des Mammakarzinoms im Zeitalter der molekularen und digitalen Medizin.

Nach Studien mit teilweise über 200.000 Teilnehmern bei einer einzigen Analyse, können bislang ca. 40% des familiären Risikos, an einem Mammakarzinom zu erkranken, durch Veränderungen in über 200 bekannten Genen erklärt werden. Dies bedeutet aber auch, dass bislang 60% dieses Risikos nicht beschrieben werden kann und u.U. in Interaktion mit der Umwelt eine Bedeutung hat. Mittlerweile kann für verschiedene Genveränderungen ein individuelles Risikoprofil für gesunde Frauen erstellt werden. Dies beinhaltet auch molekulare Muster, die für eine Früherkennung oder primäre Prävention genutzt werden könnten. Bei dieser großen Anzahl an Risikofaktoren, der Interaktion mit Umweltfaktoren und generell kleinen Effektgrößen müssen neue Methoden, wie die der Digitalisierung, genutzt werden, um Daten zusammenzutragen und individuelle Präventionsmaßnahmen zu betreuen.

PROF. DR. MICHAEL HALLEK, KÖLN

Prof. Hallek studierte Medizin von 1978-1985 in Regensburg, München und Paris. 1985-1994 absolvierte er seine wissenschaftliche und klinische Ausbildung als Hämatologe und Onkologe in München und Harvard. Von 1994-2003 war er Oberarzt an der LMU und Leiter des Gentherapie-Programms am Genzentrum und Helmholtz-Zentrum München. 1996 erfolgte die Gründung und anschließende Leitung der Deutsche CLL-Studiengruppe, die weltweit größte Studiengruppe zur chronischen lymphatischen Leukämie. Seit 2003 ist er Direktor der Klinik I für Innere Medizin der Universität zu Köln. Seit 2007 ist er Direktor des Centrums für Integrierte Onkologie (CIO) Köln Bonn, das seither durch die Deutsche Krebshilfe ununterbrochen als onkologisches Spitzenzentrum ausgezeichnet wurde. Seit 2019 ist er zudem Direktor des CIO Aachen, Bonn, Köln, Düsseldorf.

Zahlreiche Auszeichnungen, wie der Paul-Martini-Preis 2012, die Binet-Rai-Medaille 2013, die Walter-Siegenthaler-Medaille in Gold 2016, den Deutschen Krebspreis 2017, den Arthur Burkhardt-Preis 2017, die Johann-Georg-Zimmermann-Medaille 2018, die Ham-Wasserman Lecture 2018 der American Society of Hematology und der José Carreras Award 2019 der European Hematology Association.

Seit 2011 ist er Mitglied der Leopoldina. Er war Präsident des 31. Deutschen Krebskongresses 2014. Er war Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin DGIM (2014-2015) und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie DGHO (2016-2019). Seit 2018 ist er Chairman Scientific Committee der European School of Haematology, Paris sowie seit 2019 Präsident der Walter-Siegenthaler-Gesellschaft und Mitglied im Strategiekreis “Nationale Dekade gegen Krebs” des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Seit 2020 ist er Mitherausgeber des Fachjournals Blood, USA.


Foto Credit: Michael Wodak Medizin Foto Köln

PROF. DR. NADIA HARBECK, MÜNCHEN

Frau Professor Dr. med. Nadia Harbeck leitet das Brustzentrum und die onkologische Tagesklinik der Frauenklinik am LMU Klinikum München und ist Professorin für Konservative Onkologie an der LMU München. Frau Prof. Harbeck ist Mitglied der AGO Kommission Mamma und Co-Director der Westdeutschen Studiengruppe (WSG). Sie war Mitglied des EORTC Executive Boards (2009-15). Sie ist Studienleitung oder SC Mitglied vieler internationaler Mammakarzinom-Studien mit Schwerpunkt zielgerichtete Medikamente und Biomarker. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist eHealth, sie hat das digitale Patiententagebuch CANKADO mitentwickelt.

Prof. Harbeck ist Autorin von mehr als 480 peer-reviewed Publikationen (h-index 82) und coordinating editor-in-chief von Breast Care. Für ihre klinisch-translationale Forschung hat sie zahlreiche Auszeichnungen erhalten, zuletzt den ESMO 2020 Lifetime Achievement Award 2020. Sie ist Mitglied zahlreicher internationaler Mammakarzinom-Konsensuskonferenzen, z.B. ABC (advanced breast cancer), BCY (breast cancer in young women), und St. Gallen Konsensuskonferenz zum frühen Mammakarzinom.


Foto Credit: LMU Klinikum München

RUDOLF HAUKE, HEIDELBERG

Rudolf Hauke ist in Augsburg geboren und aufgewachsen. Im Jahr 1999 wurde er in den Vorstand der Kaufmännischen Krankenkasse in Hannover gewählt, wo er bis 2015 tätig war. Seit 2002 engagiert er sich für den Verein für krebskranke Kinder in Hannover und seit 2018 leitet er den ersten Patientenbeirat im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Sein erstes Buch „Der fremde Tropfen in meinem Blut“, eine autobiografische Geschichte über eine Krebstherapie, wurde Ende 2015 veröffentlicht. Sein zweites Buch, eine emotionale Geschichte über „Pflegebegutachtung - wie menschliche Schicksale in Richtlinien gefasst werden“, wird Ende des Jahres erscheinen.


Foto Credit: Wyrwa, Hannover

DR. RUTH HECKER, ESSEN

Dr. Ruth Hecker ist Vorsitzende des Vorstands beim Aktionsbündnis Patientensicherheit und „Chief Patient Safety Officer“ in der Universitätsmedizin Essen. Seit 2012 ist sie für das Qualitätsmanagement und klinische Risikomanagement in der Universitätsmedizin Essen verantwortlich. Hecker ist gelernte Krankenschwester, studierte Medizin in Bochum und Gesundheitswissenschaften. Viele Jahre arbeitete sie als Anästhesistin und Notfallmedizinerin. Sie war leitende Ärztin der Abteilung Bürgerinformation der Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe bis 2007. Danach stand sie dem Bereich für Qualitäts- und Medizinprozessmanagement am Diakoniewerk Gelsenkirchen und Wattenscheid bis Ende 2011 vor. „Patientensicherheit ist schon seit langem meine Leidenschaft“, sagt Hecker. Credo: „Jeder Schaden, den wir von Patienten und deren Angehörigen sowie von unseren Kolleginnen und Kollegen fernhalten, ist es wert, sich dafür zu engagieren.“

TAMARA HUSSONG MILAGRE, LISSABON

Tamara Hussong Milagre ist Gründerin und Präsidentin de Patientenorganisation EVITA, die seit 2011 Familien unterstützt die von Erblichen Krebssyndromen betroffen sind. Seit 2017 ist sie auch Vertreterin von Mutationsträgern im Europäischen Referenznetzwerk GENTURIS. 2015 organisierte sie den BRCA Network- International Congress in Lissabon, der mit den renommiertesten Spezialisten der Welt zählen durfte und als Konsequenz eine Arbeitsgruppe zur Untersuchung der Portugiesischen Gründermutation BRCA2-P in Zusammenarbeit mit der portugiesischen Vereinigung für Krebsforschung ASPIC nach sich zog. Neben zahlreichen zusätzlichen Fortbildungen, belegte sie 2017 die Masterclass der Europäischen Schule für Onkologie (ESO) und anschließend den EUPATI-Kurs, in dem sie sowohl den Lebenszyklus des Medikamentes, als auch die Bedeutung und Wirkung der Einbeziehung von Patientenvertretern in die Forschung und Entwicklung innovativer Arzneimittel erlernte. Außerdem absolvierte sie 2019 die EURORDIS Leadership School für die ePAGs der Europäischen Referenznetzwerke und integriert aktuell die Arbeitsgruppe „Erbliche Krebssyndrome“ der Portugiesischen Krebsgesellschaft SPO.

PD DR. THOMAS ILLMER, DRESDEN

PD Dr. med. Thomas Illmer, wurde am 17.05.1968 in Bautzen geboren. Von 1986-1995 studierte er Humanmedizin in Halle/Saale, Dresden und Stockholm. Die Facharztausbildung absolvierte er an der Medizinischen Klinik I 1995-2002. Es folgten: 09/1995 die Promotion zur transkriptionellen Aktivität von p53 im Mammakarzinom (Summa cum laude); 03/2002 der Facharzt Innere Medizin; 06/2003 die Subspezialisierung Hämatologie/Onkologie. 04/2004 wurde er Oberarzt an der Medizinischen Klinik I – TU Dresden. 05/2008 Habilitation zum Stellenwert von microRNA in Akuten Leukämien. 04/2009 Venia legendis. Seit 04/2009 befindet sich PD Dr. Illmer in Berufsausübungsgemeinschaft Arnoldstraße Dresden als niedergelassener Hämatologe und Onkologe.

Er ist Mitglied im BNHO, der DGHO und ASH und seit 2012 Vorsitzender des NIO Sachsen, seit 2016 im Vorstand des BNHO, seit 2018 stellvertretender Vorsitzender des BNHO.


Foto Credit: BNHO e.V.



Abstract des Vortrags:

Kommunikation komplexer Befunde zwischen Präzisionsdiagnostiker und Behandler – Sicherstellung des Patientennutzens in der Flächenversorgung

Innovation beginnt in der Hämatologie/Onkologie in aller Regel im wissenschaftlichen Labor und wird in Spitzenzentren in frühen klinischen Studien etabliert. Nach dieser Phase hat sich in den vergangenen Jahren diese Form des wissenschaftlichen Fortschritts durch klinische Studien der Phase III oder nicht interventionellen Studien in der Fläche etabliert. In der aktuellen Situation einer komplexen Diagnostik mit zunehmend Befunden aus z.B. Next Generation Sequencing (NGS) Ansätzen wird sowohl die Vielzahl möglicher therapeutischer Ziele immer schwerer einordbar als auch die Zuordnung der Patienten zum meist molekularbiologischen Befund komplizierter. Es muss daher der Anspruch sein, in einem systematischen Ansatz komprimiertes Wissen aus zentralisierter Diagnostik zum Patienten zu transportieren. Das sieht ein optimales Zusammenspiel von Sektoren vor, bei dem sowohl der Wissensfluss vom Zentrum zum peripheren Behandler als auch die Erfassung von Daten aus der Behandlungsrealität eine bedeutsame Rolle spielen. Dieser Prozess beginnt gerade Früchte zu tragen und Beispiele aus der Onkologie (Bronchial-Ca.-nNGM) als auch aus der Hämatologie (MAI Register) werden exemplarisch dargestellt.

PROF. DR. ALEXANDER KATALINIC, LÜBECK

Alexander Katalinic ist Arzt und Epidemiologe und leitet das Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie sowie das Institut für Krebsepidemiologie e.V. der Universität Lübeck. Von 1986-1992 studierte er Medizin an der Universität Erlangen. Im Jahr 1994 erfolgte die Promotion, 2004 dann die Habilitation mit der Vena legendi Sozialmedizin, Epidemiologie und Versorgungsforschung. Er ist u.a. Vorsitzender der Gesellschaft der bevölkerungsbezogenen Krebsregister in Deutschland (GEKID), Sprecher des Zentrums für Bevölkerungsmedizin und Versorgungsforschung der Universität Lübeck und Vorsitzender der Ethikkommission der Universität zu Lübeck. Seine Forschungsschwerpunkte sind Krebsepidemiologie, Früherkennung von Krebserkrankungen und Versorgungsforschung. Er hat zu mehr als 350 Forschungsartikeln in Fachzeitschriften mit Peer-Review beigetragen.

PROF. DR. HANS-ULRICH KAUCZOR, HEIDELBERG

Hans-Ulrich Kauczor studierte Medizin an den Universitäten Bonn, Heidelberg und Köln.

Danach absolvierte er seine radiologische Weiterbildung am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg und der Universitätsmedizin Mainz. 1998 habilitierte er sich im Fach Radiologie an der Universität Mainz. 2003 wurde er Professor für Radiologie und leitete die Abteilung für Radiologie am DKFZ. Seit 2008 ist er Lehrstuhlinhaber für Radiologie und Ärztlicher Direktor der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Heidelberg. Seine Schwerpunkte umfassen die Computertomographie und Magnetresonanztomographie in den Bereichen Thoraxradiologie und Onkologie. Er war Präsident der European Society of Thoracic Imaging (2011), der Deutsch-Japanischen Röntgengesellschaft (2011-2013) und der Fleischner Society (2015). Seit 2018 ist er Sprecher des Translationalen Lungenforschungszentrums Heidelberg und Mitglied des Vorstandes des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL).


Foto Credit: Universitätsklinikum Heidelberg

PROF. DR. ULRICH KEILHOLZ, BERLIN

Nach dem Medizinstudium in Mainz, Heidelberg/Mannheim und Lexington sowie Kentucky begann Professor Keilholz eine Weiterbildung für Innere Medizin sowie Hämatologie und Internistische Onkologie am Universitätsklinikum Heidelberg. Parallel arbeitete er an dem Aufbau einer Forschungsgruppe zum Thema "Immuntherapie maligner Tumoren"; in dessen Zusammenhang er einen Forschungsaufenthalt am National Cancer Institute, Bethesda, MD, U.S.A. im Bereich Chirurgie und der Abteilung Immuntherapie (Prof. S. A. Rosenberg) absolvierte. Anschließend wechselte er nach Berlin, wo er als stellvertretender Direktor der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Transfusionsmedizin am UKBF der FU-Berlin (seit 2004 Charité, Campus Benjamin Franklin) einstieg. 2002 erhielt er die Berufung auf eine C3-Professur für ‚Molekulare und klinische Tumorimmunologie‘. 2015 folgte die Berufung auf die W3-Professur ‚Comprehensive Oncology‘. 2008-2012 wurde er zum Deputy Director Clinical Research des Charité Comprehensive Cancer Center. Seit 2013 hat er die Leitung des Charité Comprehensive Cancer Center inne, wo er zunächst Kommissarischer Direktor war und seit 2018 Direktor ist. Wissenschaftliche Interessen: Tumorimmunologie, Präzisionsonkologie und klinische Forschung.


Foto Credit: Wiebke Peitz Charité

PROF. DR. WOLFGANG KNAUF, FRANKFURT

Professor Knauf ist Vorsitzender des Berufsverbandes der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen in Deutschland e.V. Nach mehreren Jahren als Leiter der klinischen Transplantationseinheit und als Geschäftsführer des Tumorzentrums am Klinikum Benjamin Franklin, ist er seit 2004 niedergelassener Arzt in einer Gemeinschaftspraxis in Frankfurt/Main.


PROF. DR. FRANK KOLLIGS, BERLIN

Nach dem Studium und der Promotion an der Philipps-Universität Marburg arbeitete Prof. Kolligs an den Kliniken der Universitäten Marburg, Ann Arbor (Michigan, USA) und München. Er hat klinische Weiterbildungen in der Inneren Medizin, der Gastroenterologie und medikamentösen Tumortherapie absolviert. Seine wissenschaftliche Ausbildung erfolgte in den Bereichen Molekular-, Zell- und Tumorbiologie.

In 2009 wurde Prof. Kolligs auf die Universitätsprofessur für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt gastroenterologische und molekulare Onkologie am Klinikum der Universität München berufen. Seit 2015 ist er Chefarzt der Klinik für Innere Medizin mit den Schwerpunkten Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie am Helios Klinikum Berlin-Buch. Er leitet zudem das Interdisziplinäre Endoskopiezentrum und das Lebertumorzentrum.

Seine klinischen Schwerpunkte liegen im Bereich der Tumorerkrankungen der Verdauungsorgane und der Leber sowie der gastrointestinalen Endoskopie. Die wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen insbesondere im Bereich der Karzinogeneseforschung, der Etablierung molekularer Biomarker, der Prävention des kolorektalen Karzinoms und der Durchführung von klinischen Studien zu gastrointestinalen Tumoren.

Prof. Kolligs ist Vizepräsident des Netzwerk gegen Darmkrebs und Mitglied im Kuratorium der Felix Burda Stiftung.


Foto Credit: Helios Klinik Berlin-Buch

PROF. DR. HEYO KROEMER, BERLIN

Seit dem 1. September 2019 ist Heyo K. Kroemer Vorstandsvorsitzender der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Heyo K. Kroemer, 1960 in Leer/Ostfriesland geboren, studierte von 1978 bis 1983 Pharmazie an der Technischen Universität Braunschweig. 1992 erfolgte die Habilitation in Pharmakologie und Toxikologie an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Im gleichen Jahr erhielt er den Paul-Martini-Preis.

1998 folgte er dem Ruf der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald auf den Lehrstuhl für Allgemeine Pharmakologie. Von 2000 bis 2012 war Heyo K. Kroemer zudem Dekan der Medizinischen Fakultät Greifswald.

Von 2012 bis 2019 war er hauptamtlicher Dekan, Vorstand für Forschung und Lehre und Vorstandsprecher der Universitätsmedizin Göttingen. 2018 wurde er zum Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina gewählt.

Er ist Mitglied in zahlreichen Gremien des Wissenschaftssystems. Ab 2007 war Kroemer Vorstandsmitglied und von 2012 bis 2019 Präsident des Medizinischen Fakultätentages. Von 2007-2019 war er im Wissenschaftlichen Beirat der Bundesärztekammer, wo er 2017 in den Vorstand gewählt wurde.

Seit 2020 ist er Vorstandmitglied des Verbands der Universitätsklinika Deutschlands e.V. (VUD).

PROF. DR. CHRISTIANE KUHL, AACHEN

Univ.-Prof. Dr. med. C. Kuhl ist Radiologin, klinische Wissenschaftlerin und Direktorin der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie der RWTH Aachen. Sie studierte Medizin von 1985 bis 1991 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Nach mehrjähriger wissenschaftlicher Arbeit an der Sektion MRT der Radiologischen Klinik der Universität Bonn promovierte sie 1994 mit „summa cum laude“ auf dem Gebiet der 31P-MR-Spektroskopie neuromuskulärer Erkrankungen. Die Weiterbildung zum Facharzt für Radiologie unterbrach sie 1994 bis 1995 durch eine klinische Weiterbildung an der Klinik für Neurochirurgie der Universität Bonn. Die Anerkennung der Weiterbildung zum Radiologen erhielt sie 1999. Im selben Jahr schloss sie ihre Habilitation ab und erhielt die Venia legendi für Radiologie. In 2004 Erwerb der Zusatzbezeichnung Neuroradiologie. Ende 2004 erhielt sie den Ruf auf eine Universitätsprofessur (C3) für Onkologische Diagnostik und minimal-invasive Tumortherapie an der Universität Bonn und wurde zur stellvertretenden Klinikdirektorin ernannt. Von 2008 bis 2010 Mitarbeit im Rektorat der Universität Bonn als Prorektorin. Im Mai 2010 erhielt sie den Ruf auf den Lehrstuhl für Diagnostische und Interventionelle Radiologie an der RWTH Aachen und leitet seither die gleichnamige Klinik am UK Aachen. Kuhl ist Autorin zahlreicher wissenschaftlicher Veröffentlichungen, die sich weit überwiegend mit der Diagnostik und Behandlung von Tumorerkrankungen befassen. Hier hat sie grundlegende, international viel zitierte Arbeiten verfasst, die insbesondere die Diagnostik und Früherkennung des Mammakarzinoms nachhaltig geprägt haben. Kuhl war und ist Initiatorin und Leiterin einer Vielzahl nationaler und internationaler klinischer Studien. Ihre Arbeiten wurden durch verschiedene Preise gewürdigt, wie zum Beispiel den Marie-Curie-Ring (Holthusen Ring) der Deutschen Röntgengesellschaft, den European Magnetic Resonance Award, den Preis des American College of Radiology Imaging Network (ACRIN), sowie die Gold Medal der ISMRM (International Society of Magnetic Resonance in Medicine) und der EUSOBI (European Society of Breast Imaging). Sie fungierte als Mitglied der Working Group on Breast MRI of the United States Health Service's Office on Women's Health, Commission on Standards and Accreditation, und dem BI-RADS-Komitee des ACR. Sie ist Mitglied der Leopoldina sowie einer Reihe nationaler und internationaler Fachgesellschaften (DRG, RSNA, ASCO, ACR, EUSOBI und CIRSE).


Foto Credit: UKA



Abstract des Vortrags:

Bildgebende Verfahren in der Diagnostik – welche Fortschritte sind durch KI zu erwarten?

Brustkrebs ist die bei weitem häufigste Krebserkrankung der Frau, und ist nach wie vor die Hauptursache für den Krebstod von Frauen. Das Deutsche Mammographie-Screening-Programm wurde vor mehr als 10 Jahren etabliert, um durch umfassend qualitätsgesicherte Mammographie Brustkrebs früh zu erkennen. Allerdings wird zunehmend evident, dass die Leistungsfähigkeit der Mammographie zur Früherkennung vor allem bei Frauen mit dichtem Drüsengewebe begrenzt ist. Hauptkritikpunkt ist jedoch die Tatsache, dass die Mammographie wie auch ihre Weiterentwicklung, die 3D-Mammographie oder „Tomosynthese“, technische Schwierigkeiten hat, gerade die prognostisch relevanten, entdifferenzierten Mammakarzinome früh zu entdecken – also genau solche Karzinome, deren Früherkennung prognostisch besonders relevant wäre. Diese sogenannte Unterdiagnose trägt dazu bei, dass trotz jahrzehntelangem systematischen Einsatz der Screening-Mammographie in vielen europäischen Ländern unverändert das Mammakarzinom die Krebstodesursachen-Statistik der weiblichen Bevölkerung an erster oder zweiter Stelle anführt. Umgekehrt bieten Mammographie wie auch Tomosynthese eine (zu) hohe Empfindlichkeit für wenig aggressive Mammakarzinome, deren frühe Erkennung für die betroffene Frau wenig hilfreich ist. Methoden der Künstlichen Intelligenz alleine werden hier nicht relevant weiterhelfen – könnten aber durchaus hilfreich sein, um auf der Basis der mammographischen Drüsengewebs-Architektur Informationen über die individuelle Erkrankungswahrscheinlichkeit einer Frau zu liefern. Dies könnte dann für eine entsprechend differenzierte, risiko-adaptierte Früherkennung genutzt werden, indem Frauen eine, an ihr persönliches Erkrankungsrisiko und individuelle Brustdichte angepasste, leistungsfähige Bildgebung jenseits der Mammographie angeboten wird.

PROF. DR. DIANA LÜFTNER, BERLIN

Frau Prof. Diana Lüftner ist Oberärztin an der Charité, Universitätsmedizin Berlin, am Zentrum für Tumormedizin. Sie studierte und promovierte an der Ludwig-Maximilian-Universität in München. Dort begann sie ihre Tätigkeit als Ärztin im Praktikum an der Medizinischen Poliklinik des Klinikums Innenstadt und wechselte während dieser Zeit an die Charité, wo sie kurze Zeit später zu einem Postdoktorat am Department of Experimental Therapeutics an das Greenebaum Cancer Center, University of Maryland, USA, entsandt wurde. Zurück an der Charité habilitierte Frau Prof. Lüftner zum Thema HER-2/neu-positives Mammakarzinom und erwarb zu Facharztbezeichnung „Innere Medizin“ sowie die Zusatzbezeichnung „Hämato-Onkologie“. Frau Professor Lüftner ist Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie. Im Jahr 2018 wurde sie Vorständin der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs.



Abstract des Vortrags:

Innovative Therapiekonzepte und klinischer Alltag

Die Behandlung des Mammakarzinoms hat in den letzten Jahren einen erheblichen Wandel erfahren und sich bewegt von „one fits all“-Ansätzen zu individualisierten Therapiestrategien, allerdings lässt sich dies häufig nur in klinischen Studien, allenfalls mit extremer Verzögerung im Alltag, verwirklichen. Ein Beispiel für exzellente Studienkonzepte ist zum Beispiel die „Adapt Cycle“-Studie, bei der mittels kombinierten molekularbiologischen und konventionellen pathologischen Kriterien das Therapieansprechen wie auch die prognostische Einschätzung beurteilt werden. Natürlich befördert ein solches Angebot die Studienrekrutierung, im klinischen Alltag wäre die Nutzung eines Gene Arrays bei weitem nicht immer umsetzbar.

Auch bei der BRCA-Testung ist es zu Verbesserung der Zeitschiene vom Abnahmezeitpunkt bei zum Testergebnis gekommen, nachdem die fast track-Testung eingeführt wurde. Dennoch bleiben relevante Lücken, da in Deutschland selbst beim Hochrisiko-triple-negativen Mammakarzinom die Testkosten außerhalb von klinischen Studien, also in der Routine, nur bis zum 50. Lebensjahr übernommen werden. In den USA liegt der Altersschnitt beim 60. Lebensjahr, und auch dies ist zu hinterfragen. Nur weil die Wahrscheinlichkeit, ein positives BRCA-Ergebnis zu erhalten, mit zunehmendem Lebensalter bei Erstdiagnose absinkt, heißt es nicht, dass nicht jede einzelne Patientin zählt. Das Leitmotto ist: Vision ZERO, nicht Vision LESS.

Verbleibt die zeitliche Verzögerung von Zulassungen durch die EMA im Vergleich zur FDA. Bei fast allen neuen Substanzen hinkt die EMA-Zulassung mindestens ein Jahr hinterher, was schlichtweg mit Verlust von Lebenszeit einhergeht. Das aktuelle Beispiel ist Sacituzumab-Govitecan, das kürzlich von der FDA für die Behandlung des triple-negativen, metastasierten Mammakarzinoms zugelassen wurde. Für deutsche Patientinnen ist es aktuell in Ausnahmefällen in klinischen Studien verfügbar, meist dort aber nicht für die übliche, zugelassene Indikation. Die Besorgung über die internationale Apotheke ist möglich, aber meist nur auf der Basis eines vor dem Sozialgericht durchgekämpften Prozesses anhand der hohen Therapiekosten umsetzbar. Kaum eine dieser schwer kranken Patientinnen hat die Kraft und die unter konventionellen Therapieformen verbliebene Lebenszeit, um sich diesem Vorgang zu stellen und ihn zu gewinnen.

DR. CHRISTA MAAR, MÜNCHEN

Frau Dr. Maar ist Vorstand der Felix Burda Stiftung und Präsidentin des Netzwerk gegen Darmkrebs.

Letzteres führt gemeinsam mit medizinisch-wissenschaftlichen Experten interdisziplinäre Konferenzen wie „Vision Zero“ durch und stellt Unternehmen Konzepte zur Integration von Darmkrebsvorsorge in der betrieblichen Gesundheitsfürsorge zur Verfügung.

Die Felix Burda Stiftung hat ihren Schwerpunkt in der Aufklärung der Bevölkerung über Darmkrebsprävention, der Durchführung innovativer Öffentlichkeitskampagnen und der Verleihung des Felix Burda Awards für besondere Verdienste in der Darmkrebsprävention.

Frau Maar ist Mitglied im Kuratorium des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und wurde in den Strategiekreis, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung etablierten Nationalen Dekade gegen Krebs, berufen. Innerhalb der Nationalen Dekade ist sie außerdem – gemeinsam mit Professor Brenner vom DKFZ – Themenpatin für die AG Prävention.

Sie sieht es als ihre Aufgabe an, sich und besonders auch im Rahmen all ihrer Ämter, für die Intensivierung und Weiterentwicklung der Krebsprävention einzusetzen.

DANIEL NAGEL, BERLIN

Daniel Nagel ist Gründer und Vorsitzender des Vorstands von Youth against AIDS (YAA). Der studierte Betriebswirt engagiert sich seit mehr als 10 Jahren im Bereich der sexuellen Aufklärung und Prävention. Sein Fokus liegt auf der Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Dabei hat er eine Vielzahl preisgekrönter Präventionskampagnen realisiert und arbeitet aktuell an der Entwicklung digitaler Lösungen für junge Menschen. Ziel seiner Organisation ist es, den Zugang junger Menschen zu Wissen, Schutz und Serviceangeboten zu ermöglichen und sie dabei zu unterstützen, ein gesundes Leben zu führen. Dieses Ziel verfolgt YAA mit der Unterstützung eines vielfältigen Netzwerks. Im Beirat engagieren sich neben dem aktuellen Gesundheitsminister Jens Spahn auch Persönlichkeiten wie Dr. Astrid Stange (COO AXA S.A.), Daniel Bahr (Allianz) oder Prof. Dr. Miriam Meckel (Gründungsverlegerin der Bildungsinitiative ada).


Foto Credit: Alexander Kleis

MARC NAUMANN, MÜNCHEN

Marc Naumann ist mit 28 und 30 Jahren an einem Hirntumor erkrankt. Seine eigenen Erfahrungen mit der Erkrankung, insbesondere den Spätfolgen und dem Segeln, haben ihn zur Gründung von Segelrebellen motiviert. Bei spannenden Offshore-Törns bietet er jungen Erwachsenen mit Krebs ein Konzept an, das nach der Therapie eine wirkliche Hilfe leistet, um in ein gesundes Leben zu starten. Sein Jurastudium hat er trotz zweier Krebstherapien zum Abschluss gebracht und dann vor 5 Jahren Segelrebellen gegründet. Nebenher war/ist er tätig als Mediator und Journalist.

PROF. DR. MATTHIJS OUDKERK, GRONINGEN

Professor Oudkerk is professor of Radiology at the University of Groningen, Chief Scientific Officer of the Institute for Diagnostic Accuracy- iDNA (formerly of the Center of Medical Imaging North East Netherlands, NWO research Center of Exellence) and the principal investigator for Radiology of the NELSON lung cancer detection study, the ROBINSCA cardiovascular screening study and the 4-in-the-Lungrun Horizon 2020 study. Founder and past president of the European Society of Cardiac Radiology and former Chairman of Radiology departments of DDHK Erasmus MC Rotterdam and University Medical Center Groningen. Prof. Oudkerk has a broad insight into new imaging modalities, algorithms and strategies. He is ranked as one the most influential researchers in Radiology in Europe (2019). For his research work he received prestigious grants such as EU Horizon 2020, ERC advanced grant, Royal Academy of Sciences of the Netherlands (KNAW), Ministry of Science and Technology of China (MOST), NWO, KWF, NKB grants etc.




Abstract des Vortrags:

Current research results in the screening of lung cancer

Volume computed tomography (CT) screening results in significantly lower lung cancer mortality at 10 years. The NELSON study randomly assigned 13.195 men (primary analysis) and 2.594 women (subgroup analyses) aged 50 to 74 years to undergo CT screening or no screening. The results showed that the average adherence to CT screening was 90.0 percent among men; of the screened participants, 9.2 percent underwent at least one additional scan (initially indeterminate). For suspicious nodules, the overall referral rate was 2.1 percent. At 10 years of follow-up, the incidence of lung cancer in the screening and control groups was 5.58 and 4.91 cases per 1.000 person-years, respectively; lung cancer mortality was 2.50 and 3.30 deaths per 1.000 person-years, respectively. For death from lung cancer at 10 years, the cumulative rate ratio was 0.76 in the screening group versus the control group, similar to values at eight and nine years. At 10 years of follow-up, the rate ratio was 0.67 among women, with values of 0.41 to 0.52 in years 7 through 9.The 24% overall annual lungcancer mortality reduction provided the definite proof that volume CT screening has substantial impact on overall survival in a smoker population.


PROF. DR. KLAUS PANTEL, HAMBURG

Prof. Pantel ist Direktor des Instituts für Tumorbiologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Das Institut ist Teil des Zentrums für Experimentelle Medizin und des Universitären Cancer Centers (UCCH). Prof. Pantel graduierte 1986 an der Universität Köln und schloss seine Dissertation 1987 ab. Die Pionierarbeiten von Prof. Pantel auf dem Gebiet der Mikrometastasierung bei Krebs, den zirkulierenden Tumorzellen und zirkulierenden Nukleinsäuren (ctDNA, microRNAs) spiegeln sich in mehr als 500 Publikationen in exzellenten hochrangigen biomedizinischen und wissenschaftlichen Zeitschriften wider (inkl. NEJM, Lancet, Nature Journals, Cancer Cell, Science Translational Medicine, Cancer Discovery, PNAS, JCO, JNCI, Cancer Res.). Seine Forschungsarbeit wurde durch den AACR Outstanding Investigator Award 2010, den Deutschen Krebspreis 2010 und zwei ERC Advanced Investigator Grant 2011 + 2019 ausgezeichnet. Darüber hinaus koordiniert Prof. Pantel das Europäische IMI Konsortium CANCER-ID (www.cancer-id.eu) on blood-based “Liquid Biopsies” (Lunge- und Brustkrebs) mit 37 Partnerinstitutionen akademischer, non-profit Organisationen und Industrie.


Foto Credit: UKE Axel Kirchof



Abstract des Vortrags:

Liquid Biopsy: A new diagnostic concept in oncology

The analysis of circulating tumor cells (CTCs) and tumor cell products (DNA, RNA, extracellular vesicles) released into the blood may provide clinically relevant information as “liquid biopsy” (Pantel & Alix-Panabieres, Nature Rev. Clin. Oncol. 2019) and provide new insights into tumor biology (Keller & Pantel, Nature Rev. Cancer 2019). Liquid biopsy analyses with validated platforms provides information on early detection of cancer, identification of cancer patients at risk to develop relapse (prognosis), and it may serve to monitor tumor evolution, therapeutic targets or mechanisms of resistance on metastatic cells. Metastatic cells might have unique characteristics that can differ from the bulk of cancer cells in the primary tumor currently used for stratification of patients to systemic therapy. Moreover, monitoring of blood samples in the context of therapies might provide unique information for the future clinical management of the individual cancer patient and might serve as surrogate marker for response to therapy. Validation of liquid biopsy assays is essential and currently performed by the EU/IMI consortium CANCER-ID (www.cancer-id.eu) and ELBS (European Liquid Biopsy Society). In conclusion, the liquid biopsy analysis can be used to improve the management of individual cancer patients and contribute to personalized medicine.

PROF. DR. HAGEN PFUNDNER, GRENZACH

Prof. Dr. Hagen Pfundner, geboren 1960, studierte an der Universität Freiburg Pharmazie und arbeitete danach an den Universitäten von Marburg und Kiel als wissenschaftlicher Assistent und promovierte in dieser Zeit (Dr. rer. nat.). 1992 trat er in die Hoffmann-La Roche AG in Deutschland ein und arbeitete bis 1995 im Vertrieb und Produktmanagement. 1995 wechselte er als Global Business Leader (Prokurist) für die Therapiegebiete Entzündungs- und Knochenkrankheiten zur F. Hoffmann-La Roche Ltd. in die Schweiz. Von 1998 bis 2001 war er als stellv. Direktor und Mitglied der Geschäftsleitung der Hoffmann-La Roche Ltd. in Kanada für Marketing, Strategische Planung und den Vertrieb der Facharzt-Produkte verantwortlich. 2001 wurde Prof. Dr. Hagen Pfundner zum Global Business Direktor Virologie befördert und war Stellv. Direktor und Mitglied des Pharma Business Executive Teams der F. Hoffmann-La Roche Ltd., Schweiz. Von 2003 bis 2006 war er Geschäftsführer der Roche Pharma AB in Schweden. Seit 2006 ist Prof. Dr. Hagen Pfundner als Vorstand der Roche Pharma AG verantwortlich für das Pharma-Geschäft in Deutschland und zugleich Geschäftsführer der Roche Deutschland Holding GmbH.

THOMAS RACHEL, MDB, BERLIN

Thomas Rachel, MdB, ist Vorsitzender des Strategiekreises der Nationalen Dekade gegen Krebs. Der Bundestagsabgeordnete ist seit 2005 Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung. Zu seinen inhaltlichen Schwerpunkten gehören unter anderem die Lebenswissenschaften und Forschung für die Gesundheit sowie die europäische und internationale Zusammenarbeit in Bildung und Forschung.

Thomas Rachel ist auch Senator der Fraunhofer-Gesellschaft und Vertreter der Bundesministerin im Kuratorium der Deutsch-Israelischen Stiftung für wissenschaftliche Forschung und Entwicklung (GIF).

Der gebürtige Dürener (Jahrgang 1962) gehört der CDU an und ist seit 1994 Mitglied des Deutschen Bundestages.

DR. GEORG RALLE, MÜNCHEN
Dr. Georg Ralle studierte Wirtschaftswissenschaften, Sozialwissenschaften und Germanistik an der Freien Universität Berlin, wo er im Anschluss auch promovierte. Zwischen 1979-1982 war er am ICC Berlin Projektleiter für die Organisation von medizinischen Kongressen und weiteren Fachveranstaltungen aktiv. Von 1983-1985 wechselte er zum Springer Medizin-Verlag, wo er im Zusammenhang mit der Internationalisierung des Verlages Leiter für internationales Marketing wurde. Beim Quintessenz-Verlag übernahm er von 1985-1987 die Geschäftsleitung des führenden Zahnmedizinischen Fachverlages. Anschließend arbeitete er wieder für Springer Medizin, wo er in der Zeit von 1987-1995 war. Parallel hatte er die Geschäftsführung beim medizinischen Verlag Urban & Vogel Medizin inne. In dieser Zeit organisierte er auch den 1. Deutsch-Chinesischen Onkologie Kongress in Beeijing – in enger Kooperation mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum dkfz Heidelberg, sowie im Rahmen der deutschen Wiedervereinigung, den 1. Deutsch-Deutschen Ärztekongress am 17. Juni 1990 im Hygiene-Museum in Dresden. Er gründete namhafte Zeitschriften speziell im Bereich Onkologie und übernahm 1995-2009 den Vorsitz der Geschäftsführung von Springer Business Media. Seit 2010 gehörte er bei der ICW AG, Walldorf zunächst dem Vorstand an, inzwischen ist er Mitglied des wissenschaftlichen Beirats dieses eHealth-Unternehmens. Dr. Ralle war langjähriger Vorstand der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe in Gütersloh und Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Auge der DOG. Er ist Mitglied des Vorstands der Stiftung das behinderte Kind (Charité Berlin) und Generalsekretär des Netzwerk gegen Darmkrebs in München.
PROF. DR. MARTIN RECK, GROSSHANSDORF

Prof. Dr. Martin Reck, geboren am 17.07.65 in Ahrensburg, ist seit 2011 Chefarzt des onkologischen Schwerpunktes der LungenClinic Grosshansdorf sowie Leiter der Abteilung für klinische Studien.

Nach Abschluss seines Medizinstudiums an der Universität Hamburg führte er seine Ausbildung zum Internisten und Weiterbildung zum Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde in Hamburg und Grosshansdorf durch.

Nach der Promotion 1995 habilitierte er sich 2008 an der Universität zu Lübeck. 

Prof. Dr. Reck ist Mitglied in verschiedenen nationalen und internationalen Fachgesellschaften wie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP), der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG), der Deutschen Gesellschaft für Hämatoonkologie (DGHO), der American Society of Clinical Oncology (ASCO), der International Society for the Study of Lung Cancer (IASLC) und der European Society of Medical Oncology (ESMO).

Daneben ist er Mitglied des Editorial Boards von verschiedenen wissenschaftlichen Journalen.

Sein klinisch wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt in der Entwicklung von innovativen Behandlungsmöglichkeiten des Lungenkarzinoms wie der Immuntherapie und der zielgerichteten Therapien.



Abstract des Vortrags:

Innovative Therapiekonzepte

Die Therapie des fortgeschrittenen Lungenkarzinoms hat sich in den letzten Jahren grundsätzlich gewandelt und völlig neue Möglichkeiten und Chancen für Patienten eröffnet. Nachdem über Jahrzehnte die Behandlung des Lungenkarzinoms oft wenig erfolgreich war, gilt mittlerweile diese Erkrankung als ein Modell zur Entwicklung von neuen Therapien.

Entscheidend dafür ist neben einer sorgfältigen und umfassenden Diagnostik des Tumormaterials, die Entwicklung von innovativen Therapieansätzen mit teilweiser überraschender Wirksamkeit. Im Zentrum stehen dabei zwei grundsätzliche Strategien: Zum einen die Entwicklung von zielgerichteten Medikamenten, die in der Regel als orale Medikation eingenommen werden können bei Patienten mit behandelbaren genetischen Veränderungen ihrer Tumorerkrankung und die Entdeckung der Immuntherapie als neues Therapieprinzip, dass zu einer langen Kontrolle der Erkrankung führen kann und mittlerweile in unterschiedlichsten Formen genutzt wird.

PROF. DR. THOMAS SEUFFERLEIN, ULM

Thomas Seufferlein studierte Medizin in Regensburg und München, wo er an der II. Medizinischen Klinik des Klinikums Rechts der Isar der TUM (Prof. Dr. M. Classen) promovierte. Nach Absolvieren seines Wehrdienstes als AiP an der Sanitätsakademie in München begann er seine klinische Ausbildung in Innerer Medizin in der Endokrinologie an der FU Berlin (Prof. Dr. H.J. Quabbe). Von Berlin aus wechselte er im Rahmen eines DFG Auslandsstipendiums nach London, wo er am Imperial Cancer Research Fund (jetzt: Cancer Research UK) als Postdoc im Labor von Dr. E. Rozengurt mehrere Jahre tätig war. Nach seiner Postdoc-Zeit führte er seine klinische Tätigkeit in Ulm an der Klinik für Innere Medizin I (Prof. Dr. G. Adler) weiter und erwarb den Facharzt für Innere Medizin und den Schwerpunkt Gastroenterologie. 2008 wurde er auf den Lehrstuhl für Gastroenterologie und Pneumologie an das Universitätsklinikum Halle (Saale) berufen. 2012 folgte er dem Ruf auf den Lehrstuhl für Gastroenterologie verbunden mit der Leitung der Klinik für Innere Medizin I am Universitätsklinikum in Ulm. Prof. Seufferlein ist Prodekan für Forschung der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm. Er ist ferner Vorsitzender des Ausschusses für Krebsprävention der Deutschen Krebshilfe und Sprecher des Onkologischen Leitlinienprogramms von DKG, Deutscher Krebshilfe und der AWMF. Von 2018-2020 war Prof. Seufferlein Vizepräsident der DKG. Seit Juni 2020 ist Professor Seufferlein Präsident der DKG. Er ist darüber hinaus seit vielen Jahren in Arbeits- und Leitgruppen der AIO tätig und seit mehreren Jahre Sprecher der Zertifizierungskommission der viszeralonkologischen Zentren der DKG. Wissenschaftlicher Schwerpunkt der wissenschaftlichen Arbeit von Thomas Seufferlein im klinischen und grundlagenwissenschaftlichen Bereich sind gastrointestinale Tumore, insbesondere das Pankreaskarzinom.


Foto Credit: Universitätsklinikum Ulm



Abstract des Vortrags:

Liquid Biopsy und innovative Früherkennung

Liquid Biopsy, d.h. Tumordiagnostik aus Blut oder anderen Körperflüssigkeiten, gewinnt in vielen Bereichen der Onkologie zunehmende Bedeutung. Der Nachweis von zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) im Blut erlaubt das Monitoring residualer Tumorerkrankung nach einer Operation und ist prognostisch hochrelevant. Daneben kann ctDNA eingesetzt werden, um genetische Veränderungen eines Tumors zu bestimmen, Therapieentscheidungen zu treffen und Therapie-induzierte Tumorevolution zu definieren. Das Verfahren hat den großen Vorteil, dass das Ausgangsmaterial – im Vergleich zu Biopsien – einfach und wiederholt zu gewinnen ist. Der Nachweis von vom Tumor, z.B. durch Apoptose freigesetzter DANN, wird u.a. durch die Tumorlast bestimmt: Je höher die Tumorlast, umso größer die Menge an ctDNA. Damit ist z.B. ein DNA-basierter Nachweis bei Vor- und Frühstadien von Tumorerkrankungen, wie sie Kolonpolypen darstellen, deutlich schwieriger. Andererseits werden Liquid Biopsies zum Screening und zur Früherkennung sicher einen Durchbruch bei der Akzeptanz der Darmkrebsprävention bringen, sofern die Sensitivität und Spezifität der Verfahren hoch ist. Deshalb verwendet man hierzu zunehmend Kombinationen aus unterschiedlichen Biomarkern, die im Blut nachweisbar sind, z.B. genetische, epigenetische, metabolische und immunologische Marker, um die Sensitivität und Spezifität der Marker für die Detektion von fortgeschrittenen Adenomen und frühen Tumorstadien zu erhöhen. Der Vortrag wird den aktuellen Stand von Liquid Biopsies für Screening und Früherkennung von Darmkrebs und mögliche Perspektiven für die (nahe) Zukunft aufzeigen.

PROF. DR. MANON SPAANDER, ROTTERDAM (NETHERLANDS)

Prof. Dr Manon Spaander is a board-certified gastroenterologist working at the department of Gastroenterology and Hepatology of the Erasmus MC University Medical Center in Rotterdam, the Netherlands. Her clinical and research focuses on prevention and early detection of gastrointestinal cancers. She has received multiple research grants on early detection and screening of colorectal cancer, among others from the Dutch Ministry of Health and the Dutch Cancer Association. She has contributed to the development of the Dutch national FIT based colorectal screening program and acts as the National advisor for the quality assurance of screening colonoscopies in the National screening program.

PROF. DR. KAREN STEINDORF, HEIDELBERG

Frau Prof. Dr. rer. nat. Karen Steindorf leitet die Abteilung „Bewegung, Präventionsforschung und Krebs“ am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg. Im Jahr 2020 erhielt sie einen Ruf der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg auf eine gleichnamige W3-Professur. Seit 2019 ist Karen Steindorf zudem die Sprecherin des Forschungsschwerpunktes „Krebsrisikofaktoren und Prävention“ am DKFZ. Nach ihrem Studium der Statistik und theoretischen Medizin an den Universitäten Dortmund, Bochum und Sheffield (Großbritannien) setzte sie ihre wissenschaftliche Tätigkeit am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg und am National Cancer Institute (Bethesda, USA) fort. 2007 habilitierte sie sich an der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg. Seit 1999 entwickelte sich Karen Steindorf zu einer international ausgewiesenen Expertin für das Thema Sport, Bewegung und Krebs, mit Schwerpunkten im Bereich der krebsrisikosenkenden Effekte von körperlicher Aktivität sowie auf der Lebensqualität von Krebsbetroffenen. Für ihre innovativen randomisierten, klinischen Interventionsstudien wurde sie mit mehreren Preisen (Lilly-Quality-of-Life Preis; Claudia-von-Schilling Preis für Brustkrebsforschung) ausgezeichnet.


Foto Credit: DKFZ/Tobias Schwerdt



Abstract des Vortrags:

Nationales Krebspräventionszentrum am DKFZ

Die jährliche absolute Anzahl an Krebsneuerkrankungen wird alleine in Deutschland bis 2030 voraussichtlich um 20% auf 600.000 Mitbürger*innen ansteigen. Weltweit ist mit einer Verdopplung von Krebsneuerkrankungen zu rechnen. Die Gesundheitssysteme in vielen Ländern sind auf diese enorme Steigerung der Krankheitsfälle nicht oder nicht ausreichend vorbereitet. Es bedarf daher, neben der Verbesserung der Gesundheitssysteme, insbesondere auch massiver Investitionen in den systematischen Ausbau der angewandten Krebsprävention und Präventionsforschung, um die Zahl der Krebsneuerkrankungen nachhaltig zu verringern und den Anteil früh erkannter und mit heutigen Methoden heilbarer Krebserkrankungen messbar zu erhöhen.

Daher etabliert das DKFZ wegweisend und in enger strategischer Partnerschaft mit der Deutschen Krebshilfe das „Nationale Krebspräventionszentrum“. Das Ziel dieser Pioniereinrichtung ist es, die angewandte Prävention, Präventionsforschung, Lehre und Outreach im Sinne eines Comprehensive Prevention Center zu verbinden, translational von der Grundlagenforschung bis hin zur Einführung neuer Methoden in evidenzbasierte, flächendeckende Präventionssysteme.

PROF. DR. BENNO STINNER, STADE

Von 1979 bis 1985 studierte Professor Stinner Humanmedizin an der Johannes Gutenberg Universität Mainz, 1985 folgte die Approbation und Promotion zum Dr. med.

Zwischen 1985-1987 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Physiologie und Pathophysiologie der Universität Göttingen (Prof. Dr. H. J. Bretschneider), wo er Arbeiten über den Ionentransport in Lösungen zu Organprotektion vornahm.

Es folgte eine Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie an der Philipps Universität Marburg (Prof. Dr. M. Rothmund), wo er zuletzt stellv. Klinikdirektor war. Von 1987 bis 2000 folgten Arbeiten zur perioperative Risikoreduktion am Institut für Theoretische Chirurgie (Prof. Dr. Wilfried Lorenz). 1993 habilitierte Professor Stinner zum Thema „Interaktion perioperativer Prophylaxen“. 2002 wurde er zum apl. Professor.

Außerdem erlangte er 1993 den Facharzt in Chirurgie, 1996 den Facharzt in Viszeralchirurgie und 2000 den Facharzt in Gefäßchirurgie.

Seit dem Jahr 2000 ist er Chefarzt der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie des Elbeklinikums Stade, an dem er auch das Viszeralonkologischen Zentrum leitet. Von 2008 bis 2018 war er dort Ärztlicher Direktor.

Mitarbeit in diversen Gremien der Deutschen Krebsgesellschaft zur Weiterentwicklung des Zertifizierungssystems der Onkologischen Versorgung, diverse Veröffentlichungen hierzu, Zertifizierungsauditor. Gründungsvorstand der Arbeitsgemeinschaft zertifizierter deutscher Darmkrebszentren ADDZ. Mitglied Leitlinienkommission „Perioperatives Management Kolorektaler Operationen“. Diverse berufs- und gesundheitspolitische Aktivität (Ärztekammer, VLK, NDCH etc).


Foto Credit: EKS



Abstract des Vortrags:

Sekundärprophylaxe optimieren: Entlassmanagement und Nachsorge in deutschen Kliniken

Die gesetzliche Regelung des Entlassmanagement in deutschen Kliniken ist zwischenzeitlich gesetzlich vorgeschrieben und regelt den unmittelbaren Übergang aus der Krankenhausbehandlung in die weitere stationäre oder ambulante Versorgung. Es leistet in dieser engen Auslegung zunächst noch keinen Beitrag zur Sekundärprophylaxe. Die politische Sektorentrennung in stationäre und ambulante Versorgung in Deutschland, ein zentrales Organisationsproblem, sieht die Nachsorge nach onkologischer Behandlung nahezu exklusiv außerhalb der Kliniken in der Hand niedergelassener Ärzte, deren Vernetzung mit dem klinischen Leistungserbringer zunehmend z.B. in den Strukturen zertifizierter Einheiten der Deutschen Krebsgesellschaft angestrebt wird.

Eine umfassende „Nachsorge“ hat als Beitrag zur Sekundärprophylaxe mindestens vier zentrale Bereiche zu adressieren:


  1. Überwachung des Patienten und Früherkennung eines Rezidivs
  2. Psychologische und Lebensstilberatung des Patienten
  3. Erfassung des familiären Risikos, Anpassung der Nachsorge und begründet darauf „Primärprophylaxe“ von Angehörigen
  4. Generieren von follow up Daten über reine Sterbetafel hinaus zur Identifikation von Wiedererkrankungsrisiken und primären Prognoseparametern


Die entsprechenden Bereiche werden ausgeführt und Empfehlungen begründet.

Nachsorge muß mehr sein, als Bestimmung von Tumormakern und Oberbauchsonographie!

PROF. DR. SEBASTIAN STINTZING, BERLIN

Prof Stintzing leitet seit 2019 die Klinik für Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie am Standort Charité Mitte. Darüber hinaus ist er für die Koordination der Studien und Therapie solider Tumore an allen drei Campus zuständig. Zuvor war er am Klinikum der Universität München (LMU) tätig. Medizin studierte er in Erlangen wo er nach dem Studium zunächst an der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Pulmologie und Endokrinologie arbeitete.

Wissenschaftlich beschäftigt er sich mit der Therapieoptimierung gastrointestinaler Tumore und hier insbesondere mit dem metastasierten Kolonkarzinom. Er koordiniert und leitet mehrere klinische Studien und arbeitet an der Definition neuer Biomarker um die Therapieführung zu verbessern. Hierzu war er im Rahmen einer von der Deutschen Krebshilfe geförderten Stelle von 2012-2014 in Los Angeles am Norris Comprehensive Cancer Center der University of Southern California (USC) tätig. Daneben ist er seit 2018 Sprecher der Leitgruppe kolorektale Karzinome innerhalb der Arbeitsgemeinschaft internistischer Onkologie (AIO) in der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und Mitglied der S3-Leitlinienkonferenz für Darmkrebs.


Foto Credit: Charité – Universitätsmedizin Berlin

PROF. DR. ANDREW ULLMANN, MDB, BERLIN

Ullmann trat 2003 der FDP bei und war von 2003 bis 2012 Vorstandsmitglied des FDP Kreisverbandes Mainz-Bingen. Während dieser Zeit unterstützte er die Gründung des FDP Ortsverbandes Ober-Olm. Von 2004 bis 2012 war Ullmann im Gemeinderat der Gemeinde Ober-Olm und von 2009 bis 2011 Mitglied im Verbandsgemeinderat Nieder-Olm. Seit 2013 ist er Mitglied im Landesfachausschuss Wissenschaft und Kultur (Bayern), im Landesfachausschuss Gesundheit (Bayern) sowie im Bundesfachausschuss Gesundheit der FDP. Ullmann war von 2013 bis 2015 stellvertretender Vorsitzender der FDP Würzburg-Stadt und ist seit 2015 ihr Vorsitzender.

Bei der Bundestagswahl 2017 war Ullmann FDP-Kandidat im Bundestagswahlkreis Würzburg und ist über die Landesliste der FDP in den Deutschen Bundestag gewählt worden. Er ist ordentliches Mitglied im Gesundheitsausschuss und hat dort die Funktion als Obmann der Fraktion der Freien Demokraten übernommen. Andrew Ullmann ist zudem stellvertretender Vorsitzender des Unterausschuss Globale Gesundheit, stellvertretender Vorsitzender der Parlamentariergruppe USA, Berichterstatter der Fraktion für Technikfolgenabschätzung und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung.

Bei der Kommunalwahl 2020 wurde Ullmann in den Stadtrat von Würzburg gewählt.

PROF. DR. DR. MICHAEL VON BERGWELT, MÜNCHEN

Nach dem Studium der Medizin, Humanbiologie und Geschichte in Freiburg und Paris arbeitete Professor von Bergwelt 20 Jahre am Uniklinikum Köln, zuletzt als Leitender Oberarzt der Medizinischen Klinik I.

 

In dieser Zeit erwarb er die Facharztbezeichnung Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie sowie die Zusatzbezeichnungen Infektiologie, Internistische Intensivmedizin, Notfallmedizin, allogene Stammzelltransplantation (DAG-KBT) und das European Diploma of Intensive Care.


Seine klinische Ausbildung ergänzte er durch Forschungsaufenthalte im Bereich B Zell- und Tumorimmunologie in Harvard und Stanford. Nach seiner Rückkehr leitete Professor von Bergwelt zunächst eine Max-Eder-Nachwuchsgruppe der Deutschen Krebshilfe, später die interdisziplinäre Forschergruppe Cologne Interventional Immunology. Professor von Bergwelt ist Experte für Immun- und Zelltherapien, sowie für Intensivmedizin bei onkologischen und immunsupprimierten Patienten.

 

Seit dem 01.12.2017 ist er W3-Professor für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie an der Ludwig-Maximilians-Universität und Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik III an den Standorten Innenstadt und Großhadern. Er ist u.a. Leiter der Stiftungskommission der Medizinischen Fakultät, des DKTK LMU München (Deutsches Konsortium für translationale Krebsforschung) und Mitglied des Lenkungsausschusses des CCC (Comprehensive Cancer Center München). Ehrenamtlich engagiert er sich als Mitglied der Walter-Siegenthaler-Gesellschaft für Innere Medizin, des Beirates der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, Vision Zero, der Nationalen Dekade gegen Krebs und als Schirmherr der Segelrebellen.


PROF. DR. CHRISTOF VON KALLE, HEIDELBERG

Christof von Kalle ist ein Wissenschaftler und Unternehmer in den Bereichen Stammzellforschung, Mutationsanalyse und Gentransfer mit klinischem Hintergrund in Hämatologie/Onkologie. Er ist Chair des BIH-Lehrstuhles für klinische translationale Wissenschaften an der Charité Berlin und Gründungsdirektor des gemeinsamen klinischen Studienzentrums der Charité und des Berlin Institutes of Health (BIH). Seit Februar 2019 ist er Mitglied des Expertenrates für die Bewertung der deutschen Gesundheitsentwicklung und berät damit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).


Foto Credit: Wiebke Peitz I Charité

PROF. DR. JÜRGEN WOLF, KÖLN

Prof. Dr. Jürgen Wolf hält eine Professur für Interdisziplinäre translationale Onkologie an der Universität Köln und ist als Hämatoonkologe in der Klinik I für Innere Medizin der Uniklinik Köln tätig. Die Position als Ärztlicher Leiter und Vorsitzender der Geschäftsführung des Centrums für Integrierte Onkologie der Universität zu Köln bekleidet er seit 2006.


Nach Abschluss seines Medizinstudiums in Freiburg war Prof. Wolf von 1986 bis 1990 Postdoktorand in der tumorvirologischen Arbeitsgruppe von Prof. zur Hausen am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Im Anschluss daran begann er seine klinische Ausbildung zum Internisten und Hämatoonkologen in der Uniklinik Köln. Hier leitete er von 1990 bis 2003 das Hodgkin-Labor der Klinik I und war von 2000-2004 Studiensekretär der Deutschen Hodgkin-Lymphom-Studiengruppe.


Ab 2004 koordinierte Prof. Wolf den Aufbau des Centrums für Integrierte Onkologie an der Uniklinik Köln. In 2005 initiierte er das Lungenkrebs-Programm des Centrums für Integrierte Onkologie und gründete die Lung Cancer Group Cologne (LCGC). Er ist Klinischer Leiter des Labors für Translationale Krebsgenomik (LTCG) und Mitbegründer des Netzwerks Genomische Medizin Lungenkrebs. Für die Gründung des Netzwerks Genomische Medizin erhielt er den Innovationspreis des Landes Nordrhein-Westfalen 2015. Seit 2018 ist Prof. Wolf Sprecher des von der Deutschen Krebshilfe geförderten Verbundprojekts nationales Netzwerk Genomische Medizin (nNGM).

PROF. DR. CHRISTIANE WOOPEN, KÖLN

Christiane Woopen ist Professorin für Ethik und Theorie der Medizin an der Universität zu Köln. Dort ist sie Direktorin des interfakultären Cologne Center for Ethics, Rights, Economics, and Social Sciences of Health (ceres). An der Medizinischen Fakultät leitet sie die Forschungsstelle Ethik. Im Rahmen von nationalen und internationalen Forschungsprojekten befasst sie sich u.a. mit ethischen Fragen zu Lebensqualität, Genom-Editierung, Fortpflanzungsmedizin, digitaler Gesundheitsversorgung und Neuroethik. Zudem engagiert sie sich im Bereich der Politikberatung u.a. als Vorsitzende des Deutschen Ethikrates (2012-2016), als Präsidentin des Global Summit der Nationalen Ethikräte (2014-2016), bis 2017 als Mitglied des Internationalen Bioethikausschusses der UNESCO, 2018-2019 als Co-Sprecherin der Datenethikkommission der Bundesregierung sowie seit 2017 als Vorsitzende des Europäischen Ethikrates (EGE). Woopen ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse.


Foto Credit: Reiner Zensen



 
 
TEILNEHMER DES EXPERTENWORKSHOPS
 
DR. TITUS BRINKER, HEIDELBERG

Dr. Titus Brinker (30) leitet die 10-köpfige Nachwuchsgruppe Digitale Biomarker für die Onkologie am DKFZ und absolviert seine Facharztausbildung an der Universitäts-Hautklinik in Heidelberg. Er ist außerdem Geschäftsführer der Smart Health Heidelberg GmbH und Entwickler von 11 Gesundheitsapps mit über eine Millionen Nutzern (u.a. Smokerface, Sunface, AppDoc, Intimarzt). Im Jahre 2011 gründete er das Netzwerk Aufklärung gegen Tabak, bei dem heute in 14 Ländern über 3.500 Medizinstudierende und Ärzte ehrenamtlich mitwirken und über 60.000 Schüler pro Jahr im Klassenraum über das Rauchen aufklären. Für seine ehrenamtliche Arbeit wurde er in den Jahren 2014 und 2017 von Kanzlerin Angela Merkel mit dem Bundespreis ausgezeichnet.


Foto Credit: NCT Heidelberg

RUDOLF HAUKE, HEIDELBERG

Rudolf Hauke ist in Augsburg geboren und aufgewachsen. Im Jahr 1999 wurde er in den Vorstand der Kaufmännischen Krankenkasse in Hannover gewählt, wo er bis 2015 tätig war. Seit 2002 engagiert er sich für den Verein für krebskranke Kinder in Hannover und seit 2018 leitet er den ersten Patientenbeirat im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Sein erstes Buch „Der fremde Tropfen in meinem Blut“, eine autobiografische Geschichte über eine Krebstherapie, wurde Ende 2015 veröffentlicht. Sein zweites Buch, eine emotionale Geschichte über „Pflegebegutachtung - wie menschliche Schicksale in Richtlinien gefasst werden“, wird Ende des Jahres erscheinen.


Foto Credit: Wyrwa, Hannover

DR. RUTH HECKER, ESSEN

Dr. Ruth Hecker ist Vorsitzende des Vorstands beim Aktionsbündnis Patientensicherheit und „Chief Patient Safety Officer“ in der Universitätsmedizin Essen. Seit 2012 ist sie für das Qualitätsmanagement und klinische Risikomanagement in der Universitätsmedizin Essen verantwortlich. Hecker ist gelernte Krankenschwester, studierte Medizin in Bochum und Gesundheitswissenschaften. Viele Jahre arbeitete sie als Anästhesistin und Notfallmedizinerin. Sie war leitende Ärztin der Abteilung Bürgerinformation der Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe bis 2007. Danach stand sie dem Bereich für Qualitäts- und Medizinprozessmanagement am Diakoniewerk Gelsenkirchen und Wattenscheid bis Ende 2011 vor. „Patientensicherheit ist schon seit langem meine Leidenschaft“, sagt Hecker. Credo: „Jeder Schaden, den wir von Patienten und deren Angehörigen sowie von unseren Kolleginnen und Kollegen fernhalten, ist es wert, sich dafür zu engagieren.“

TAMARA HUSSONG MILAGRE, LISSABON

Tamara Hussong Milagre ist Gründerin und Präsidentin de Patientenorganisation EVITA, die seit 2011 Familien unterstützt die von Erblichen Krebssyndromen betroffen sind. Seit 2017 ist sie auch Vertreterin von Mutationsträgern im Europäischen Referenznetzwerk GENTURIS. 2015 organisierte sie den BRCA Network- International Congress in Lissabon, der mit den renommiertesten Spezialisten der Welt zählen durfte und als Konsequenz eine Arbeitsgruppe zur Untersuchung der Portugiesischen Gründermutation BRCA2-P in Zusammenarbeit mit der portugiesischen Vereinigung für Krebsforschung ASPIC nach sich zog. Neben zahlreichen zusätzlichen Fortbildungen, belegte sie 2017 die Masterclass der Europäischen Schule für Onkologie (ESO) und anschließend den EUPATI-Kurs, in dem sie sowohl den Lebenszyklus des Medikamentes, als auch die Bedeutung und Wirkung der Einbeziehung von Patientenvertretern in die Forschung und Entwicklung innovativer Arzneimittel erlernte. Außerdem absolvierte sie 2019 die EURORDIS Leadership School für die ePAGs der Europäischen Referenznetzwerke und integriert aktuell die Arbeitsgruppe „Erbliche Krebssyndrome“ der Portugiesischen Krebsgesellschaft SPO.

DR. HARALD KATZMAIR, WIEN

Dr. Harald Katzmair ist Gründer und Direktor von FASresearch, einer in Wien ansässigen Beratungsfirma für Soziale Netzwerke & Ecosystem Mapping mit mehr als 25 Jahren branchenübergreifender Erfahrung in der Anwendung von Netzwerk- und Resilienzforschung. Das Team von FASresearch entwickelt unter der Leitung von Dr. Harald Katzmair ein einzigartiges Set von proprietären Tools und Technologien, das es EntscheidungsträgerInnen ermöglicht, besser durch die zunehmende Komplexität einer sich radikal wandelnden Welt zu navigieren.

 

Der gebürtige Linzer studierte Soziologie und Philosophie an der Universität Wien und schloss sein Doktoratsstudium der Philosophie 1996 ab. Von 1992 bis 2000 war er als Forschungsassistent an der Wirtschaftsuniversität Wien tätig. Seit 1992 bis heute lehrt Katzmair an unterschiedlichen Universitäten in Wien u.a. der Universität Wien, der Wirtschaftsuniversität Wien sowie der Universität für angewandte Kunst. Einige Male war er auch als Gastdozent in Harvard und Oxford vertreten.

 

Neben laufender Vortragstätigkeit, der Teilnahme an facheinschlägigen Konferenzen, Tagungen und Symposien als Vortragender, Moderator und Podiumsteilnehmer publizierte er in den letzten 10 Jahren auch über 50 Research Papers und das Buch mit dem Titel „Die Formel der Macht“ (2011).

 

Durch seine internationalen Erfahrungen und das in mehr als 2.000 internationalen Projekten erworbene Wissen zählt Harald Katzmair heute zu den weltweit führenden Experten im Feld der angewandten Sozialen Netzwerkanalyse und der Analyse von Macht-, Beziehungs- und Kommunikationsnetzwerken.

 

Von 2006-2013 war FASresearch auch in den USA (San Francisco und New York) unternehmerisch tätig und unterhält noch heute rege Kontakte mit Kooperationspartnern an der Ost- und Westküste.


Foto Credit: FASresearch

MARC NAUMANN, MÜNCHEN

Marc Naumann ist mit 28 und 30 Jahren an einem Hirntumor erkrankt. Seine eigenen Erfahrungen mit der Erkrankung, insbesondere den Spätfolgen und dem Segeln, haben ihn zur Gründung von Segelrebellen motiviert. Bei spannenden Offshore-Törns bietet er jungen Erwachsenen mit Krebs ein Konzept an, das nach der Therapie eine wirkliche Hilfe leistet, um in ein gesundes Leben zu starten. Sein Jurastudium hat er trotz zweier Krebstherapien zum Abschluss gebracht und dann vor 5 Jahren Segelrebellen gegründet. Nebenher war/ist er tätig als Mediator und Journalist.

SIMON RÜSCHKAMP, BERLIN

Simon Rüschkamp, Jahrgang 1986, ist seit 2019 ehrenamtliches Mitglied im Patientenbeirat der DSfjEmK. 2006 als Offizieranwärter in die Bundeswehr eingetreten, absolvierte er von 2007 bis 2011 ein Studium der Politikwissenschaft in Hamburg und durchlief anschließend verschiedene Führungs- und Stabsverwendungen. Seit 2019 leitet er eine Ausbildungseinheit im schleswig-holsteinischen Panker und lebt mit seiner Familie in Hamburg.


Foto Credit: Kathrin Spirk

DR. ERIK THIELE ORBERG, MÜNCHEN

Dr. Orberg ist Wissenschaftler und Arzt in Weiterbildung für Hämatologie und Onkologie. Nach dem Medizinstudium in Wien hat er an der Johns-Hopkins-Universität in Immunologie promoviert. Seit 2016 ist er an der TU München, wo er sich mit den zellulären und molekularen Wechselwirkungen zwischen dem Darm-Mikrobiom und der Magen-Darm-Schleimhaut beim Menschen befasst. Er untersucht wie das Mikrobiom das angeborene Immunsystem und die intestinale Stammzellnische modulieren kann. Dies hat zum Ziel: Zum einen, Mikrobiom-basierte Therapien zu entwickeln, um die Resistenz gegenüber und die Regeneration nach akuten Schäden wie Chemotherapie, Strahlentherapie und Stammzelltransplantation zu fördern. Zum anderen, Signaturen – spezifische Zusammensetzungen von Darmbakterien und die von ihnen produzierten Metabolite – zu identifizieren, die zum Progress oder Rezidiv bei hämato-onkologischen Erkrankung beitragen. Für seine Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Mikrobiom-vermittelten Darmkrebsentstehung hat Dr. Orberg 2017 den Darmkrebspräventionspreis der Deutschen Krebsgesellschaft und 2019 den Vision Zero Award erhalten.

DR. STEFAN WALLER, BERLIN

Dr. Stefan Waller ist Internist, Kardiologe und Internetarzt aus Leidenschaft. Während seiner Ausbildung zum Kardiologen hat er nicht nur viele Herzkatheteruntersuchungen durchgeführt, sondern v.a. die Limitationen unseres auf „Reparatur“ ausgelegten Medizinsystems erfahren: Der gerade erst mit einem schönen High-Tech-Stent versorgte Herzinfarktpatient steht häufig nur wenige Wochen nach der Krankenhausentlassung mit dem nächsten Infarkt schon wieder „auf der Matte“, weil er es nicht verstanden hat seinen Lebensstil in den Griff zu bekommen.

 

Alias Dr. Heart tritt Dr. Stefan Waller dieser Entwicklung entgegen: Mit kurzen, verständlichen Videoclips, garantiert ohne nervige Medizinerfloskeln oder abgehobene medizinische Fachausdrücke, holt er seine Zuschauer auf seiner Dr. Heart-Webseite, seinem youtube-Kanal oder zuletzt mit seinem Ratgeberbuch “Der Dr. Heart Herz-Coach“ dort ab wo sie stehen und vermittelt Ihnen alles “was das Herz begehrt“. Dabei erfährt der interessierte Zuschauer warum die Herzinfarktsterblichkeit in den neuen Bundesländern teils doppelt so hoch sind wie in den alten Bundesländern genauso wie er Antworten auf die Frage erhält wie es denn nun aussieht mit dem Sex-Wiedereinstieg nach Herzinfarkt. Denn nur wer seinen Körper und seine Erkrankung wirklich versteht und letztlich auch bereit ist Verantwortung zu übernehmen, kann für seine Gesundheit das beste herausholen.